Wie steinig und teuer der Weg in die Weltspitze ist, erzählt die Spielerin Lara Schmidt. Nach jedem Turnier steht ein Minus – mal kleiner, mal größer.

24.07.2018 Sascha Eggebrecht

Melbourne, Paris, Wimbledon und New York – es sind zwar nur vier Städte, aber für die Tennisspieler bedeuten diese Orte die Welt. Denn eines ist gewiss, wer bei den Grand-Slam-Turnieren dabei ist, hat es auf der Profi-Tour geschafft. Auf dem besten Weg dorthin ist auch die deutsche Lara Schmidt, die sagt: „Ich will mal die Nummer eins in der Welt werden!“ Hoppla – ein ambitioniertes Vorhaben. Doch die 18-Jährige erklärt: „Man braucht eben Ziele im Leben.“

Daher will die Nürnbergerin so schnell wie möglich, den Sprung zu den größeren Turnieren schaffen. Denn sie weiß: Nur dort wird das große Geld verdient. „Im Moment habe ich nach jedem Turnier ein Minus erwirtschaftet – mal kleiner, mal größer“, sagt die junge Spielerin. Kleinere Sponsoren sorgen derzeit wenigstens dafür, dass mal ein Flug in eine europäische Stadt finanziert ist. Mehr aber auch nicht. „Es ist schon hart, aber ich will mich da unbedingt durchbeißen.“ Gestern sorgte die ehemalige U16 Deutsche Meisterin allerdings nicht dafür, dass weiteres Geld in die Kasse gespült wird.

Denn sie verlor in der ersten Qualifikationsrunde gegen die Kroatin Iva Primorac mit 3:6 und 4:6. Bemerkenswert: Im ersten Satz brachte die Kroatin nur ein einziges Mal ihren Aufschlag durch. Dies reichte, weil die Deutsche nie zu ihrem Rhythmus fand und ihr Service gar nicht durchbrachte. „Im zweiten Satz wurde es dann etwas besser“, sagt Lara Schmidt. Dennoch war es zu wenig.

Besser könnte es in einigen Wochen in Leipzig laufen. Dort steht sie nämlich wegen einer Wildcard bereits im Hauptfeld des 25000-US-Dollar-Turniers und muss sich demnach nicht durch die Qualifikation kämpfen.

Quali-Spiele mag eigentlich kein Spieler gerne, aber in einem Fall wohl schon. Wenn Wimbledon ruft. „Ich hatte mich im vergangenen für die Junioren-Grand-Slams qualifiziert“, erklärt Lara Schmidt. Sie wollte einmal auf dem heiligen Rasen von Wimbledon aufschlagen und gab deshalb alles in der Qualifikation, die nicht auf der ehrwürdigen Anlage an der Church Road ausgetragen wurde. Sie schaffte den Sprung ins Hauptfeld und durfte endlich in Wimbledon spielen. „Meinen ersten Schlag dort werde ich nie vergessen“, sagt die 18-Jährige.

In Erinnerung wird auch ihr Auftritt bei den French Open in Paris bleiben. Dort spielte sie in der ersten Runde nicht nur gegen eine Französin, sondern auch gegen das Publikum. „Die haben nach jedem Doppelfehler von mir geklatscht und sind von ihren Stühlen aufgesprungen“, sagt Lara Schmidt. Dies sei eine ganz neue Erfahrung für sie gewesen.

Gern hätte die Rechtshänderin auch noch die Slams in Melbourne und New York gespielt. „Ich musste aber auf diese Turniere verzichten, weil die Flüge einfach zu teuer waren“, sagt sie abschließend.