Das Arthur-Ashe-Stadium ist das Ziel

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Das Arthur-Ashe-Stadium ist das Ziel

Schiedsrichterin Isabell Seefried bei ihrer Arbeit beim AHG-Cup in Bildechingen. Bild: Ulmer

Isabell Seefried ist in ihrer Schiedsrichter-Karriere aufgestiegen. Mit der Verleihung des „Silver Badge“ ist ihre Zeit als Linienrichterin bei den ganz großen Turnieren vorbei. Fortan sitzt die 30-jährige Baiersbronnerin nur noch auf dem Schiedsrichterstuhl.

27.07.2018 SASCHA EGGEBRECHT

Die 30-Jährige hat sich rar gemacht – aber nur in Bildechingen. Zu Beginn ihrer Schiedsrichter-Karriere im Jahr 2011 saß die Baiersbronnerin beim AHG-Cup auf dem Stuhl und leitete die Matches. Ihr letzter Auftritt war dann vor sechs Jahren. In dieser Zeit hat sich Isabell Seefried von der Linienrichterin zur Stuhlschiedsrichterin für die Grand-Slam-Turniere hochgearbeitet. Ihr Dasein bei der 26. Auflage des 25000-US-Dollar-Turnieres kam nun auch per Zufall zustande. „Es gab Engpässe, also habe ich Turnierdirektor Thomas Bürkle zugesagt, zu kommen“, sagt sie.

Dies war wiederum nur möglich, weil Seefried einem Einsatz bei den European Senior Open in Baiersbronn zugesagt hatte. „Das ist für mich eine Herzensangelegenheit“, sagt Seefried. Daher hatte die Unparteiische gestern ihre letzten Auftritte in Bildechingen. Es muss wohl stark angenommen werden, dass die Schiedsrichterin nach ihrer Verleihung des „Silver Badge“ nicht so schnell wieder beim AHG-Cup zu sehen sein wird. Denn nun stehen höhere Aufgaben auf dem Plan.

„Das ‚Silver Badge‘ zu erhalten war mein großes Ziel, jetzt ist Gold definitiv mein nächstes. Dafür werde ich weiterhin hart arbeiten und den Job sicher noch einige Jahre so ausüben. Ich darf nun auch Finals schiedsen und im März konnte ich mein erstes WTA-Einzel-Finale in China leiten“, sagt Seefried. Um die höchste Schiedsrichter-Auszeichnung zu erhalten, muss Seefried nun keine theoretischen und praktischen Prüfungen mehr ablegen. Gold kann sie wie jetzt auch schon Silber nur auf Empfehlung erhalten. „Die Konkurrenz unter den Schiedsrichtern ist zwar fair, aber auch hart, denn jeder will nach oben“, betont sie. Damit alles ordnungsgemäß über die Bühne geht, beobachten und bewerten nur noch ehemalige Schiedsrichter die Leistungen der Baiersbronnerin. Eine mögliche Gold-Verleihung muss jetzt aber erst noch warten. „Einige Schiedsrichter erhalten dieses Badge gar nicht.“

Ihren 30. Geburtstag feierte Seefried im Rahmen eines Tennisgroßturniers in s‘-Hertogenbosch, einem Vorbereitungsturnier für Wimbledon, wo sie dann auch im Einsatz war. Als einen Höhepunkt beschreibt sie ihr erstes Grand- Slam-Turnier als Schiedsrichterin: „Im Mai habe ich in Paris die Partie zwischen David Ferrer und Jaime Munar geleitet, es dauerte viereinhalb Stunden und ist über fünf Sätze gegangen“, erzählt sie. Nach dem Match war sie fast genauso kaputt wie die Spieler selbst. „Ich war im Kopf richtig leer“, betont Seefried, die zu den Spielern keine Freundschaft pflegen darf. „Reden dürfen wir mit den Profis aber schon. Mit dem einen plaudert man mehr, mit dem anderen weniger“, sagt die Schwarzwälderin.

Obwohl die 30-Jährige zu den jüngeren Stuhlschiedsrichterinnen zählt, ist sie in diesem Business schon ein alter Hasse. Nachdem sie Ende 2011 die Bronze Badge-Schule in Istanbul abgeschlossen hatte, lernte sie auf der Tour in den folgenden Jahren nochmal viel. Jedes Jahr im Dezember wird von den internationalen Verbänden WTA, ATP, ITF und Grand Slams entschieden, wer von Bronze zu Silber und von Silber zu Gold nominiert wird. Seefried erhält zudem Ende des Jahres auch immer ihren Terminplan für ihre Einsätze. „Auch das nächste Jahr wird für mich ein interessantes Jahr werden. Ich stehe unter besonderer Beobachtung und werde härtere Spiele kriegen“, sagt sie.

Seefried arbeitet im Schnitt 25 bis 30 Turnierwochen, meist dauern die Turniere acht oder neun Tage, auch die An- und Abreisetage zählen dazu. „Mein Ziel ist es, einmal ein Match im größten Tennisstadion der Welt, im Arthur-Ashe-Stadium bei den US Open in New York zu leiten“, sagt Seefried. Dort sei die Stimmung im Stadion immer ausgelassen. „Ganz anders als in Wimbledon, wo doch eher verhalten geklatscht wird.“

Obwohl Seefried in den größten Metropolen der Welt arbeitet, wird Baiersbronn immer ihr zu Hause bleiben. „Meinen Kaffee auf dem Balkon zu trinken, ist für mich das Größte. Baiersbronn ist ein perfekter Ort, um abzuschalten.“

2018-07-27T12:03:55+00:00 27. Juli.2018|Kategorien: Spielerinnen|

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