Chancenlos gegen zehn Jahre mehr Erfahrung

//Chancenlos gegen zehn Jahre mehr Erfahrung

Chancenlos gegen zehn Jahre mehr Erfahrung

Bild: Fehlerlos spielte sich die Norditalienerin Anna-Giulia Remondina ins Hauptfeld. Da muss sie heute antreten. Fotos: Wagner

Im italienischen Aufeinandertreffen überzeugt Anna-Giulia Remondina komplett

Von Michael Stock
Für die beiden Protagonisten sollte es »Das Match« werden. In der ersten Runde spielten sie auf den Plätzen eins und zwei nebeneinander, die eine 19 Jahre jung, die andere zehn Jahre älter, Linkshänderin und Rechtshänderin, Süditalienerin und Norditalienerin. Schalteten ihre Gegner aus. Und das Los wollte es so, dass man im zweiten Qualispiel aufeinandertrifft. Wie schnell dann gestern Mittag alles vorbei war, hätten sich beide nicht träumen lassen.
Sofort waren die Sachen von Federica Bilardo gepackt als die 1:6/0:6-Niederlage aus ihrer Sicht fix war. Sagen wollte sie nichts, fast gedemütigt musste sie sich vorgekommen sein. Etwas perplex hernach denn auch Anna-Giulia Remondinas Statement zu ihrem Sieg: »Das hatte ich ehrlich gesagt so nicht erwartet. Ich dachte, ich bekäme mehr Gegenwind. Der kam nicht. Aber ich spielte auch wirklich gut, es klappte alles.«
In der Tat fand die Toskanerin ziemlich direkt ins Spiel. Nach anfänglichem Abtasten zog sie das Tempo höher. »Der Knackpunkt war dann das gewonnene Break zum 3:1, ab da lief es rund«, sagte die in der Qualifikation an Nummer drei Gesetzte. Auch mental war  Remondina voll auf der Höhe, etwa als sie im fünften Spiel einen 15:40-Rückstand scheinbar mühelos noch in einen Spielgewinn ummünzte. Zwei Spiele später war der erste Satz eingetütet und Bilardos Schläger fast in Trümmern.
Gegnerin ausgeschaltet
Auch den zweiten Satz hatte sie komplett im Griff, ihre beste Variante: starker Aufschlag und dann die Gegnerin mit platzierten Crossbällen ins Eck ins  Leere laufen lassen oder sie direkt zu Fehlern zwingen. Das geschah ihr ein ums andere Mal eindrucksvoll. In Durchgang zwei ging es dann noch schneller, mit 6:0 war es abgesehen von ein paar kleinen Flüchtigkeitsfehlern ihrerseits ein glatter Durchmarsch.
Damit steht Remondina heute im Hauptfeld, und dabei kommt ihr eine Sache besonders zugute, zumindest war es gegen die zehn Jahre jüngere Bilardo so. »Ich glaube, zehn Jahre mehr Spielpraxis bringt auch mehr Erfahrung mit sich, die ich habe«, sagte die 29-Jährige.
Schon früh hat Remondina mit dem Tenisspielen angefangen, »mit vier Jahren war das. Ich konnte gar nicht anders. Meine Onkels waren Tennistrainer, meine Mutter spielte Tennis, da hatte ich keine Wahl«, erinnert sie sich. Mit 15 wurde es dann ernst, mit 17 ging es auf die ersten Turnierreisen und sie kam das erste Mal ins Ranking.
Vorliebe für Sandplätze
Besonders in Erinnerung bleibt ihr dabei eine WTA-Teilnahme in Rom, mit 18 Jahren hatte sie eine Wildcard erhalten und schied im dritten Satz mit 5:7 aus. Wohl fühlt sich die Athletin vor allem auf Sand und ein Traum wäre »natürlich irgendwann mal ein Grand Slam spielen zu können«, ob Sand, Hartplatz oder Rasen wäre ihr da wohl fast egal, »obwohl ich auf Rasen noch nie gespielt habe und nicht weiß ob mir das liegen würde«.
Die Atmosphäre in Horb jedenfalls weiß sie zu schätzen, »ich bin bei der Familie Thurau untergekommen. Sie und ihre zwei Söhne sind wahnsinnig nett. Ich freue mich über diese Gastfreundschaft«, sagt sie und hofft, auf der Bildechinger Anlage noch eine Weile länger mitmischen zu können – »auch wenn ich gar nicht weiß, gegen wen ich als nächstes  ran muss.« Es wird die Belgierin Helene Scholsen sein.
Neben Federica Bilardo mussten gestern unter anderem auch die deutsche Spielerin

Natalia Siedliska

die Segel streichen, die zunächst nach einem 1:5-Rückstand auf dem Center Court gegen die Schweizerin Karin Kennel eine fulminante Aufholjagd hingelegt hatte, den Satz aber noch 4:6 verlor. Im zweiten Durchgang drückte die Eidgenössin dann aufs Gas und ließ beim 6:2-Sieg nichts mehr anbrennen.

2018-07-25T13:58:58+00:00 25. Juli.2018|Kategorien: Spielerinnen|

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